In 7 Schritten vom Termin zur Kontrolle
Ein Gefäßchirurg ist ein Facharzt, der Arterien und Venen operiert. Arterien bringen das Blut vom Herzen in Organe und Beine, Venen führen es zurück. Krampfadern sind erweiterte Venen unter der Haut, deren Klappen nicht mehr schließen.
Bei Venen und Arterien läuft der Weg in denselben sieben Schritten, auch wenn die Eingriffe sehr verschieden sind. Für jeden Schritt ist eine bestimmte Stelle zuständig.
Termin vereinbaren
Ihr Hausarzt stellt eine Überweisung aus. Über die Terminservicestelle unter 116117 bekommen Sie damit einen Facharzttermin. Die Wartezeit darf 4 Wochen nicht überschreiten.
Untersuchung
Der Gefäßchirurg spricht mit Ihnen, untersucht Ihre Beine und macht einen Ultraschall. Bei Arterien misst er zusätzlich den Blutdruck am Knöchel im Vergleich zum Arm (Knöchel-Arm-Index).
Entscheidung und Aufklärung
Der Arzt erklärt Ihnen Verfahren, Risiken und Alternativen mündlich, so früh, dass Sie in Ruhe entscheiden können. Vor einem geplanten Eingriff an Bauchschlagader oder Halsschlagader weist er Sie auf Ihr Recht auf eine zweite ärztliche Meinung hin.
Vorbereitung
Der Operateur zeichnet die kranken Venen mit Ultraschall auf der Haut an. Der Narkosearzt bespricht Narkose, Nüchternheit und Heimweg. Für die ersten 24 Stunden brauchen Sie Hilfe.
Eingriff
Die Krampfader-OP ist meist ambulant. Nach einer offenen Operation der Bauchschlagader bleiben Sie meist etwa 2 Wochen, nach einem Stent etwa 1 Woche im Krankenhaus.
Erste Tage danach
Sie stehen sofort auf und gehen. Nach einer Krampfader-OP tragen Sie mindestens 1 Woche Kompression. Die Praxis kontrolliert die Wunde und zieht bei Bedarf die Fäden.
Kontrolle
Nach einer Venenoperation prüft ein Ultraschall das Ergebnis. Nach Eingriffen an Halsschlagader und Bauchschlagader gibt es feste oder lebenslange Kontrollen.
Wer ist für was zuständig?
Zwischen Befund und Eingriff vergehen oft Wochen, und mehrere Stellen arbeiten an Ihrem Fall. Fragen zur Narkose beantwortet der Narkosearzt, nicht der Operateur. Fragen zur Kostenübernahme beantwortet die Krankenkasse, nicht die Praxis.
- Der Gefäßchirurg stellt fest, ob ein Eingriff nötig ist, erklärt die Verfahren und klärt Sie über Risiken und Alternativen auf.
- Ihr Arzt stellt die Krankenhauseinweisung aus, wenn Sie ins Krankenhaus müssen, und berät Sie über geeignete Krankenhäuser.
- Der Narkosearzt führt das Narkosegespräch. Bei einer ambulanten Operation prüft er selbst, ob Ihre Gesundheit und Ihr Zuhause den Eingriff ohne Krankenhausaufenthalt erlauben.
- Die Krankenkasse entscheidet nur, wenn eine Leistung genehmigt werden muss, etwa Laser oder Radiofrequenz, die nur einzelne Kassen anbieten.
- Sie willigen ein, organisieren Heimweg und Hilfe für die ersten 24 Stunden und melden die Krankschreibung Ihrem Arbeitgeber.
Wie lange bleiben Sie nach dem Eingriff im Krankenhaus?
Nach einer Krampfader-OP gehen Sie meist am selben Tag nach Hause. Nach einer offenen Operation der Bauchschlagader bleiben Sie etwa 2 Wochen, nach einem Stent in der Bauchschlagader etwa 1 Woche. Nach einem Eingriff an der Halsschlagader folgt der Ultraschall vor der Entlassung, nach 6 Monaten und dann jährlich.
Eingriffe an Arterien brauchen oft dauerhafte Kontrollen. Der Grund ist die Arterienverkalkung, eine chronische Krankheit, die mit dem Eingriff nicht verschwindet. Nach der Leitlinie zur Schaufensterkrankheit lassen sich Betroffene in den seltensten Fällen heilen. Deshalb ist nach jedem Verfahren eine regelmäßige Kontrolle nötig.
| Eingriff | Wo und wie lange | Kontrollen danach | Wer kontrolliert |
|---|---|---|---|
| Krampfader-OP mit Stripping, Laser oder Radiofrequenz | meist ambulant, in der Regel am selben Tag zu Hause | Wundkontrolle, Verbandwechsel, Fäden ziehen, später Ultraschall der Beinvenen | die operierende Praxis, danach der Venenspezialist |
| Offene Operation der Bauchschlagader | Krankenhaus, meist etwa 2 Wochen, anfangs auf der Intensivstation | einzelne Kontrolluntersuchungen | Gefäßchirurgie, Blutdruck und Blutfette der Hausarzt |
| Stent in der Bauchschlagader (über die Leiste) | Krankenhaus, meist etwa 1 Woche | lebenslange Kontrollen mit Bildern | Gefäßchirurgie, Bilder teils beim Radiologen |
| Operation oder Stent an der Halsschlagader | Krankenhaus, Aufstehen noch in der Klinik | Ultraschall vor der Entlassung, nach 6 Monaten, dann jährlich; bei höherem Risiko halbjährlich | Gefäßchirurg oder Gefäßmediziner (Angiologe) |
| Bypass, Ballon oder Stent am Bein | je nach Eingriff ambulant oder im Krankenhaus | regelmäßig Fragen zur Gehstrecke, Untersuchung, Knöchel-Arm-Index | Hausarzt und Gefäßmediziner gemeinsam |
Wann welche Kontrolle nach Bypass, Stent oder Aortenprothese ansteht, steht im Text zur Nachsorge nach Bypass, Stent oder Aortenprothese.
Was passiert am Operationstag bei Krampfadern?
Nach einer Krampfader-Operation können Sie nach Angaben des Gesundheitsinstituts IQWiG in der Regel noch am selben Tag nach Hause. Vorher zeichnet der Operateur die kranken Venenabschnitte mit Ultraschall auf der Haut an, das Mapping. Die Leitlinie rät dazu vor jedem Eingriff an den Venen, weil es Besonderheiten aufdeckt und den Plan für den Eingriff festlegt.
Die Betäubung richtet sich nach dem Verfahren. Beim Stripping reicht sie von der Vollnarkose über die Betäubung am Rückenmark bis zur örtlichen Betäubung. Laser und Radiofrequenz kommen meist mit einer örtlichen Betäubung rund um die Vene aus.
- Sie kommen nüchtern, wenn eine Narkose oder Betäubung am Rückenmark geplant ist: eine kleine Mahlzeit bis 6 Stunden, klare Flüssigkeit bis 2 Stunden vor Beginn.
- Der Operateur zeichnet die undichten Venenabschnitte an oder prüft die Zeichnung vom Vortag.
- Sie bekommen die Betäubung. Beim Katheterverfahren spritzt der Arzt sie rund um die Vene.
- Gleich nach dem Eingriff legt das Team Verband und Kompression an.
- Sie bleiben unter Aufsicht, bis Kreislauf, Atmung und Orientierung stabil sind und die Schmerzbehandlung geklärt ist.
- Sie bekommen eine Kurzinformation für den weiterbehandelnden Arzt und fahren mit einer Begleitperson nach Hause.
Nach einer ambulanten Operation aus dem Katalog der ambulant möglichen Operationen bekommen Sie ein Blatt für den Hausarzt. Es nennt Diagnose, Behandlung, empfohlene Reha und ob Sie arbeiten können. Heben Sie es auf: Es ist die Grundlage für die weitere Krankschreibung.
Bei Arterien sieht der Tag anders aus. Die offene Operation der Bauchschlagader erfolgt in Vollnarkose über einen Bauchschnitt, danach kommen Sie anfangs auf die Intensivstation. Ein Stent wird über die Leiste eingesetzt, meist ebenfalls in Vollnarkose. Die Genesung dauert nach der offenen Operation mehrere Wochen bis Monate, nach dem Stent einige Wochen.
Was gilt in den ersten Tagen nach der Operation?
Nach einer Krampfader-OP stehen Sie sofort auf und gehen. Das gehört zur Behandlung: Jeder Schritt setzt die Wadenmuskelpumpe in Gang, die das Blut aus den Beinvenen zum Herzen drückt. Dazu kommen mindestens 1 Woche Kompression, Wundkontrolle, Verbandwechsel und bei Bedarf das Fädenziehen.
Eine Spritze gegen Thrombose bekommt nicht jeder. Ob und wie lange, legt der Arzt nach Ihrem Risiko und dem Umfang des Eingriffs fest. Fragen Sie danach, bevor Sie nach Hause gehen.
Wie lange Sie nicht arbeiten, hängt vom Verfahren und Beruf ab. In Studien lagen die Ausfallzeiten nach Katheterverfahren bei wenigen Tagen, nach dem Stripping teils bei knapp 2 Wochen. Zahlen, Lohnfortzahlung und Krankengeld stehen im Text zur Krankschreibung nach der Krampfader-OP. Nach größeren Eingriffen an Arterien kann eine Anschlussreha folgen, die innerhalb von 14 Tagen nach der Entlassung beginnen soll.
Wann wird nach der Operation kontrolliert?
Nach einer Venenoperation sollte ein Ultraschall das Ergebnis sichern. Einen festen Zeitpunkt nennt die Leitlinie nicht. Fragen Sie schon bei der Planung, wann die Kontrolle ist und ob sie bei einer Behandlung auf eigene Kosten im Preis steckt. Treten neue Krampfadern auf, ist eine erneute Untersuchung angezeigt.
Nach einer Operation oder einem Stent an der Halsschlagader sind die Abstände festgelegt: Ultraschall vor der Entlassung, nach 6 Monaten und dann jährlich. Nach Bypass, Ballon oder Stent an den Beinarterien gibt es keine festen Abstände, weil Studien dazu fehlen. Hausarzt und Gefäßmediziner teilen sich die Nachsorge.
Häufige Fragen
Kann ich nach einer Krampfader-OP am selben Tag nach Hause gehen?
Ja, nach einer Krampfader-OP können Sie nach Angaben des Gesundheitsinstituts IQWiG in der Regel noch am selben Tag nach Hause. Nach einer Narkose brauchen Sie dafür eine Person, die Sie abholt, und bei Bedarf jemanden, der Sie in den ersten 24 Stunden versorgt.
Wie lange bleibe ich nach einer Operation an der Bauchschlagader im Krankenhaus?
Nach einer offenen Operation an der Bauchschlagader bleiben Sie meist etwa 2 Wochen im Krankenhaus, anfangs auf der Intensivstation. Nach einem Stent über die Leiste sind es meist etwa 1 Woche. So steht es in der Entscheidungshilfe des IQWiG von Januar 2025.
Warum zeichnet der Arzt die Krampfadern vor der Operation auf der Haut an?
Der Arzt zeichnet die Krampfadern mit Ultraschall auf der Haut an, weil der Erfolg des Eingriffs wesentlich von dieser Planung abhängt. Das Anzeichnen, Mapping genannt, deckt Besonderheiten der Venen auf und legt die Strategie fest. Die Leitlinie rät dazu vor jedem Eingriff an den Venen.
Was bekomme ich nach einer ambulanten Gefäßoperation für meinen Hausarzt mit?
Nach einer ambulanten Gefäßoperation aus dem Katalog der ambulant möglichen Operationen bekommen Sie ein Blatt für den weiterbehandelnden Arzt. Es nennt Diagnose, Behandlung, empfohlene Reha und die Beurteilung, ob Sie arbeiten können. Es gehört zur Leistung und kostet Sie nichts.
