Wie lange fallen Sie nach Laser oder Stripping aus?
Wie lange Sie nach der Operation krankgeschrieben sind, schreibt keine Stelle fest vor. Arbeitsunfähig sind Sie, wenn Sie Ihre Arbeit wegen der Krankheit nicht oder nur mit dem Risiko einer Verschlimmerung machen können. Deshalb muss der Arzt Sie nach Ihrer Tätigkeit fragen. Eine Verkäuferin, die den ganzen Tag steht, fällt länger aus als ein Sachbearbeiter am Schreibtisch.
Anhaltspunkte liefern Studien, die die Verfahren direkt verglichen haben. In drei Studien fehlten Patienten nach dem Stripping im Schnitt 4,3 Tage, 7,6 Tage und 12,4 Tage bei der Arbeit. Nach Laser waren es 3,6 und 7,0 Tage, nach Radiofrequenz 2,9 und 4,7 Tage, nach Schaumverödung 2,9 Tage.
| Studie | Verfahren | Zurück zur normalen Aktivität | Arbeitsausfall |
|---|---|---|---|
| Dänische Studie 2011, 500 Patienten | Laser / Radiofrequenz / Schaum / Stripping | 2 / 1 / 1 / 4 Tage (Median) | 3,6 / 2,9 / 2,9 / 4,3 Tage, ohne Wochenenden gerechnet |
| Dänische Studie 2007, 121 Patienten | Laser / Stripping | 6,9 / 7,7 Kalendertage (Mittelwert) | 7,0 / 7,6 Kalendertage |
| EVOLVeS-Studie 2003, 80 Beine | Radiofrequenz / Stripping | 1,15 / 3,89 Tage (Mittelwert) | 4,7 / 12,4 Tage |
Die Zahlen lassen sich nur mit Vorsicht übertragen. Die Studien sind zwischen 2003 und 2011 erschienen, und in den dänischen wurde auch das Stripping in örtlicher Betäubung gemacht. Die Leitlinie nennt für Laser mit langer Wellenlänge im Schnitt 0 bis 2 Tage bis zur normalen Aktivität. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) nennt bei sehr stark ausgeprägten Krampfadern bis zu 3 Wochen bis zur Rückkehr an die Arbeit.
Wer schreibt Sie krank, und was müssen Sie tun?
Die Krankschreibung stellt ein Vertragsarzt aus. Nach einer ambulanten Operation bekommen Sie außerdem ein Blatt für den weiterbehandelnden Arzt, das auch beurteilt, ob Sie arbeiten können. Nach einem Krankenhausaufenthalt darf das Krankenhaus Sie bis zu 7 Kalendertage nach der Entlassung krankschreiben. Danach übernimmt der Hausarzt oder der Gefäßchirurg.
Der Arzt soll die Krankschreibung nicht für mehr als 2 Wochen im Voraus ausstellen, in besonderen Fällen bis zu 1 Monat. Rückwirkend geht es nur ausnahmsweise und in der Regel höchstens 3 Tage. Dauert die Krankheit länger, brauchen Sie eine Folgebescheinigung spätestens am nächsten Werktag nach dem letzten bescheinigten Tag, Samstage zählen nicht. Sonst kann ein späteres Krankengeld eine Lücke bekommen.
Den gelben Schein müssen Sie als gesetzlich Versicherter nicht mehr beim Arbeitgeber abgeben. Die Praxis übermittelt die Daten an die Krankenkasse, und der Arbeitgeber ruft sie dort ab. Das heißt elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, kurz eAU.
- Stimmen Sie den Operationstermin mit Ihrem Arbeitgeber ab und nennen Sie die Zahl der Tage, mit der die Praxis rechnet.
- Melden Sie Ihrem Arbeitgeber am ersten Tag, dass Sie fehlen und wie lange voraussichtlich.
- Lassen Sie sich die Krankschreibung von der operierenden Praxis oder der Klinik ausstellen. Dauert sie länger als 3 Kalendertage, muss sie spätestens am nächsten Arbeitstag vorliegen.
- Bei Privatärzten ohne Kassenzulassung und bei Minijobs in Privathaushalten geben Sie die Bescheinigung weiter auf Papier ab.
- Gehen Sie vor dem letzten bescheinigten Tag zur Kontrolle, wenn Sie noch nicht arbeiten können.
Wer zahlt Ihr Gehalt während der Krankschreibung?
Beschäftigte bekommen bei Krankheit bis zu 6 Wochen ihr Gehalt vom Arbeitgeber, ohne Überstunden. Die Krankschreibung nach einer medizinisch nötigen Krampfader-OP zählt dazu. Der Anspruch entsteht aber erst nach 4 Wochen ununterbrochener Beschäftigung. Wer in den ersten 4 Wochen einer neuen Stelle operiert wird, bekommt stattdessen Krankengeld von der Kasse.
Nach den 6 Wochen zahlt die Krankenkasse Krankengeld. Es beträgt 70 Prozent Ihres regelmäßigen Bruttoentgelts, höchstens aber 90 Prozent des Nettoentgelts. Berücksichtigt wird das Entgelt nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze, der Grenze, bis zu der Ihr Einkommen für die Krankenversicherung zählt. Sie liegt 2026 bei 69.750 Euro im Jahr, also bei 193,75 Euro je Tag. Daraus ergeben sich höchstens 135,63 Euro Krankengeld je Kalendertag.
Selbstständige bekommen Krankengeld nur, wenn sie ihrer Kasse erklärt haben, dass ihre Mitgliedschaft Krankengeld einschließt. Geht diese Erklärung erst während einer Krankschreibung ein, gilt sie erst ab dem Tag nach deren Ende. Klären Sie das deshalb vor dem Termin. Privat Versicherte richten sich nach ihrem Krankentagegeld-Tarif.
Was gilt bei der Operation am zweiten Bein?
Viele Menschen lassen die Krampfadern an beiden Beinen nacheinander behandeln. Für die Lohnfortzahlung gilt dann eine selten erklärte Regel. Wer wegen derselben Krankheit erneut krankgeschrieben wird, bekommt nur unter zwei Bedingungen wieder volle 6 Wochen. Entweder war er vorher mindestens 6 Monate nicht wegen dieser Krankheit krank, oder seit der ersten Krankschreibung sind 12 Monate vergangen. Sonst zählen die Tage der ersten Krankschreibung mit.
Bei zwei kurzen Krankschreibungen von je 1 bis 2 Wochen reichen die 6 Wochen in der Regel für beide. Kürzt Ihr Arbeitgeber die Zahlung, fragen Sie Ihre Krankenkasse. Ab dem Ende der Fortzahlung zahlt sie Krankengeld.
Ist die neue Krankschreibung wegen derselben Krankheit, also wegen der Krampfadern?
Waren Sie vorher mindestens 6 Monate nicht wegen dieser Krankheit krank?
Ja, Sie haben wieder Anspruch auf bis zu 6 Wochen Lohnfortzahlung.
Sind seit Beginn der ersten Krankschreibung wegen dieser Krankheit 12 Monate vergangen?
Ja, Sie haben wieder Anspruch auf bis zu 6 Wochen Lohnfortzahlung.
Die Tage der ersten Krankschreibung zählen mit. Sind die 6 Wochen verbraucht, zahlt die Krankenkasse Krankengeld.
Eine andere Krankheit gibt einen eigenen Anspruch auf bis zu 6 Wochen Lohnfortzahlung.
Gibt es eine Krankschreibung nach rein kosmetischer Behandlung?
Nach einer rein kosmetischen Operation ohne Komplikation gibt es keine Krankschreibung. Wer Krampfadern ohne Beschwerden und ohne Hautveränderungen allein wegen des Aussehens entfernen lässt, plant die Erholung deshalb als Urlaub. Anders ist es bei medizinischer Notwendigkeit, etwa bei Schwellung, Hautveränderungen oder Venenentzündungen.
Kommt es nach einer nicht medizinisch nötigen Schönheits-OP zu einer Komplikation, kann die Kasse Sie an den Kosten beteiligen. Sie kann auch das Krankengeld ganz oder teilweise streichen. Ob eine Behandlung medizinisch nötig ist, steht im Arztbrief und im Ultraschallbefund. Lassen Sie sich beides geben, bevor Sie eine Behandlung auf eigene Kosten beginnen. Warum die Kasse die Verödung von Besenreisern nicht zahlt, ist ein eigenes Thema.
Was ändert sich 2027 und 2028 beim Krankengeld?
Ein neues Gesetz zur Stabilisierung der Krankenkassenbeiträge vom 24. Juli 2026 ändert das Krankengeld in drei Punkten. Für eine geplante Krampfader-OP ist vor allem der erste wichtig, wenn Sie selbstständig sind.
- Ab 1. Januar 2027 gibt es bei Selbstständigen, die Krankengeld gewählt haben, erst nach einer Wartezeit von 3 Monaten Krankengeld. Sie entfällt, wenn die Erklärung innerhalb von 14 Tagen nach Beginn der Mitgliedschaft oder nach dem Wechsel in die Selbstständigkeit bei der Kasse eingeht.
- Ab 1. Januar 2027 beträgt das Krankengeld nur 60 Prozent des Nettoentgelts, mit Kind 67 Prozent, wenn Ihr Arbeitsverhältnis während der Krankschreibung endet.
- Ab 1. Januar 2028 kann der Arzt mit Ihrer Einwilligung eine Teilkrankschreibung von 25, 50 oder 75 Prozent ausstellen, wenn mehr als 4 Wochen Krankschreibung zu erwarten sind. Der Arbeitgeber muss zustimmen. Für Krampfader-Patienten trifft das selten zu.
Die 6 Wochen Lohnfortzahlung bleiben die Höchstdauer. Wie der ganze Weg von der Untersuchung über den Eingriff bis zur Kontrolle aussieht, steht im Text zum Ablauf beim Gefäßchirurgen.
Häufige Fragen
Wie lange bin ich nach einer Laserbehandlung der Krampfadern krankgeschrieben?
Nach einer Laserbehandlung der Krampfadern fehlten Patienten in Studien im Schnitt 3,6 Tage und 7,0 Tage bei der Arbeit. Die Leitlinie nennt für moderne Laser 0 bis 2 Tage bis zur normalen Aktivität. Wie lange Ihre Krankschreibung dauert, legt der Arzt nach Umfang des Eingriffs und Ihrer Arbeit fest.
Wie lange bin ich nach einem Stripping der Krampfadern krankgeschrieben?
Nach einem Stripping der Krampfadern fehlten Patienten in drei Studien zwischen 4,3 und 12,4 Tagen bei der Arbeit. Bei sehr stark ausgeprägten Krampfadern kann es nach Angaben des IQWiG bis zu 3 Wochen dauern, bis Sie wieder arbeiten. Die genaue Dauer richtet sich nach Heilung und Beruf.
Muss ich die Krankschreibung nach der Krampfader-OP noch beim Arbeitgeber abgeben?
Nein, als gesetzlich Versicherter geben Sie die Krankschreibung nach der Krampfader-OP nicht mehr ab. Die Praxis übermittelt die Daten an die Krankenkasse, und der Arbeitgeber ruft sie dort ab. Melden müssen Sie dem Arbeitgeber die Krankheit und ihre voraussichtliche Dauer aber weiterhin selbst und sofort.
Bekomme ich Lohnfortzahlung, wenn die Krampfader-OP in den ersten 4 Wochen einer neuen Stelle liegt?
Nein, in den ersten 4 Wochen einer neuen Stelle zahlt der Arbeitgeber noch keinen Lohn fort, weil der Anspruch erst nach 4 Wochen Beschäftigung entsteht. In dieser Zeit zahlt die gesetzliche Krankenkasse Krankengeld, 70 Prozent des Bruttoentgelts.
Gibt es nach einer rein kosmetischen Krampfader-Behandlung eine Krankschreibung?
Nach einer rein kosmetischen Krampfader-Behandlung ohne Komplikation gibt es keine Krankschreibung. Die Regeln für Ärzte schließen kosmetische Operationen ohne krankheitsbedingten Hintergrund aus. Kommt es zu einer Komplikation, kann die Kasse Sie an den Kosten beteiligen und das Krankengeld streichen.
