Woher kommen Besenreiser?
Besenreiser sind feine rote bis blaue Venen direkt unter der Haut, meist an Oberschenkel, Kniekehle und Wade. Ihr Name kommt vom Aussehen: Sie verzweigen sich wie die Reiser eines Reisigbesens. Fachleute zählen sie zu den Krampfadern, und zwar zu den kleinsten, unter 3 Millimeter dick.
Die Ursache ist eine Schwäche der Venenwand. Sie gibt nach, und die feinen Adern weiten sich, bis sie durch die Haut schimmern. Bei Krampfadern nennt die Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin als wesentliche Ursache eine ererbte Bindegewebsschwäche von Venenwand und Venenklappen. Übergewicht, viel Stehen im Beruf, Schwangerschaft und Bewegungsmangel fördern sie.
Die Leitlinie, also die Behandlungsempfehlung der Fachgesellschaften (Stand 2019, wird derzeit überarbeitet), nennt außerdem höheres Alter, weibliches Geschlecht und Krampfadern in der Familie als Risiko.
Sind Besenreiser gefährlich?
Nein, Besenreiser selbst sind ein Schönheitsproblem. Sie verursachen weder Schwellung noch Hautschäden. Schwere Beine, Spannen oder abendliche Schwellung kommen nicht von ihnen, sondern können auf kranke Venen in der Tiefe hinweisen. Solche Venen sieht man von außen nicht.
Deshalb behandelt der Arzt in der Regel zuerst die kranke Vene weiter oben im Bein, dann die Seitenäste und zuletzt die Besenreiser. Wer die Reihenfolge umkehrt, riskiert Matting. So nennen Fachleute feine neue Äderchen genau dort, wo verödet wurde. Häufige Ursache ist eine unbehandelte kranke Vene weiter oben, Matting kann aber auch ohne erkennbaren Grund auftreten.
Haben Sie außer den Besenreisern Beschwerden wie schwere Beine, Spannen, abendliche Schwellung oder Wadenkrämpfe?
Ja. Dann sollte zuerst ein Venenspezialist Ihre Beine per Ultraschall untersuchen, bevor etwas verödet wird.
Sehen Sie dickere, geschlängelte Venen, eine Schwellung am Knöchel, braune Hautstellen oder einen Kranz feiner Venen am Fußrand?
Ja. Das sind Zeichen einer weiter fortgeschrittenen Venenschwäche. Der Ultraschall klärt, ob Blut in den Venen zurückfließt.
Hatten Sie schon einmal eine Thrombose oder Venenentzündung, oder wurden Ihre Venen früher behandelt?
Ja. Lassen Sie vor der Verödung per Ultraschall prüfen, welche Venen noch gebraucht werden.
Ein Ultraschall ist nicht zwingend, aber sinnvoll. Fragen Sie die Praxis, ob sie vor der Verödung schallt.
Bei Beschwerden zahlt die Kasse den Ultraschall. Ohne Beschwerden zahlen Sie ihn selbst, wenn er nur die Verödung vorbereitet. Was das kostet, steht im Artikel über die Kosten einer Venenuntersuchung.
Was kostet die Verödung von Besenreisern?
Die Verödung von Besenreisern kostet üblicherweise 25,47 Euro je Sitzung. Dazu kommen das Verödungsmittel nach Verbrauch, die Beratung mit 10,72 Euro und, wenn nötig, der Ultraschall der Beinvenen mit 50,12 Euro. Die Krankenkasse zahlt davon nichts.
Die Preise richten sich nach der Gebührenordnung für Ärzte, die Ihrer Rechnung zugrunde liegt. Jede Leistung hat dort eine Nummer und einen Grundbetrag. Die Praxis multipliziert ihn mit einem Faktor. Üblich ist der Faktor 2,3, der sogenannte Regelsatz. Bis 3,5 darf die Praxis gehen, muss das aber schriftlich begründen. Für die Verödung ergibt das 25,47 Euro, für die Beratung 10,72 Euro.
| Posten | Nummer auf der Rechnung | Preis im Regelsatz |
|---|---|---|
| Verödung, je Sitzung | 764 | 25,47 Euro |
| Beratung | 1 | 10,72 Euro |
| Ultraschall der Beinvenen mit Duplex, wenn nötig | 410 und 401 | 50,12 Euro |
| Verödungsmittel | Auslagen | nach Verbrauch |
Nennt die Praxis einen Pauschalpreis je Sitzung, bitten Sie um die Aufschlüsselung nach Nummern. Nur so können Sie Preise vergleichen und prüfen.
Zahlt die Krankenkasse die Verödung?
Die Krankenkasse zahlt nur, was zur Behandlung einer Krankheit notwendig ist. Besenreiser sind keine Krankheit, sondern ein Schönheitsproblem. Deshalb bezahlen Sie die Verödung selbst.
Eine Ausnahme gibt es: Findet der Arzt bei der Untersuchung eine kranke Hauptvene mit Beschwerden oder Hautzeichen, zahlt die Kasse deren Behandlung. Die Besenreiser bleiben Privatsache. Lassen Sie sich beide Teile getrennt aufschreiben. Für den Teil, den die Kasse nicht zahlt, muss die Praxis Ihnen die Kosten vorher schriftlich nennen, auch per E-Mail. In diesen Kostenvoranschlag gehören fünf Punkte.
- Preis je Sitzung mit Nummern, Faktor und Kosten für das Verödungsmittel.
- Geplante Zahl der Sitzungen und der Abstand dazwischen.
- Kosten für Kompressionsstrümpfe und ob die Praxis sie stellt.
- Kontrolltermin und Preis einer Nachbehandlung.
- Die schriftliche Aufklärung mit einer Abschrift für Sie.
Wie läuft die Verödung von Besenreisern ab?
Der Arzt spritzt mit einer sehr feinen Nadel ein flüssiges Mittel in die Besenreiser. Es reizt die Innenwand der Vene, sie verklebt und wird über Wochen zu einem Bindegewebsstrang. Pro Sitzung darf nur eine begrenzte Menge gespritzt werden. Bei vielen Besenreisern sind deshalb oft mehrere Sitzungen nötig.
Aufklärung
Der Arzt erklärt Alternativen, Ablauf, Nachbehandlung und Risiken. Weil die Behandlung nicht medizinisch nötig ist, gehören auch seltene und kleine Nebenwirkungen dazu. Sie bekommen eine Abschrift.
Kostenvoranschlag
Die Praxis nennt vorab schriftlich den Preis je Sitzung, die geplante Zahl der Sitzungen und die Kosten für das Mittel.
Untersuchung und Foto
Der Arzt prüft, ob eine kranke Vene weiter oben mitbehandelt werden muss, markiert die Stellen und dokumentiert den Ausgangszustand.
Spritzen
Der Arzt setzt mehrere Einstiche mit feiner Nadel. Das Mittel ist niedrig dosiert.
Strumpf tragen
Nach der Behandlung tragen Sie meist einen Kompressionsstrumpf. Wie lange, legt Ihr Arzt fest.
Kontrolle
Bei der Kontrolle sticht der Arzt verbliebene Gerinnsel an, damit weniger Verfärbungen bleiben. Bei Bedarf folgen weitere Sitzungen.
Der Strumpf ist keine Nebensache. Nach der Leitlinie von 2019 soll er das Ergebnis verbessern und Verfärbungen mindern. Die neue Leitlinie zur Kompressionstherapie beschreibt eine Studie, in der die Teilnehmenden drei Wochen lang einen Strumpf mit mittlerem Druck trugen, 23 bis 32 mmHg. In dieser Studie war das Ergebnis besser. Legen Sie die Verödung deshalb nicht vor einen Urlaub, in dem Sie keinen Strumpf tragen möchten. Mehr zur Tragedauer von Kompressionsstrümpfen steht in einem eigenen Artikel.
Welche Nebenwirkungen hat die Verödung von Besenreisern?
Bräunliche Verfärbungen entlang der Vene werden in der Fachliteratur mit 0,3 bis 30 Prozent angegeben und gehen meist über Wochen bis Monate zurück. Gerinnsel in einer Hautvene werden mit 0 bis 45,8 Prozent angegeben, im Mittel 4,7 Prozent. Wie oft sie vorkommen, ist unklar. Feine neue Äderchen im behandelten Gebiet, das Matting, sind häufig, lassen sich aber nicht vorhersagen.
| Punkt | Was die Leitlinie dazu angibt | Was Sie tun können |
|---|---|---|
| Bräunliche Verfärbung | 0,3 bis 30 Prozent, meist vorübergehend | Strumpf tragen, Gerinnsel bei der Kontrolle entfernen lassen |
| Feine neue Äderchen (Matting) | häufig, nicht vorhersagbar, oft bei einer unbehandelten kranken Vene weiter oben | Vor der Verödung Ultraschall machen lassen |
| Gerinnsel in einer Hautvene | 0 bis 45,8 Prozent, im Mittel 4,7 Prozent, Häufigkeit unklar | Schmerzhafte Verhärtung nach der Sitzung dem Arzt zeigen |
| Allergische Reaktion bis Schock | sehr selten bis Einzelfälle, ein Schock ist ein Notfall | Bekannte Allergie gegen das Mittel vorher sagen |
| Wann nicht verödet werden darf | Allergie gegen das Mittel, frische Venenthrombose, Infektion im Behandlungsgebiet | Offen ansprechen, auch eine frühere Thrombose |
| Wann der Arzt mit Ihnen abwägt | Schwangerschaft, Stillzeit, schwere Durchblutungsstörung der Beinarterien, schlechter Allgemeinzustand, hohes Thromboserisiko, lange Bettruhe | Behandlung verschieben, wenn eine Reise oder Bettruhe bevorsteht |
Weil die Behandlung nicht medizinisch nötig ist, muss der Arzt besonders gründlich aufklären, auch über seltene und kleine Nebenwirkungen. Wer aus Schönheitsgründen behandelt wird, nimmt ein Risiko für ein Ergebnis in Kauf, das nicht der Gesundheit dient.
Welche Alternativen gibt es für Besenreiser?
Manche Praxen behandeln Besenreiser mit einem Laser, der von außen durch die Haut auf die Vene wirkt. Die Leitlinie zur Verödung bewertet dieses Verfahren nicht. Auch dafür zahlt die Kasse nicht.
Cremes, Salben, Tabletten und Nahrungsergänzungsmittel gegen Venenprobleme haben nach Angaben des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen keinen belegten Nutzen. Das Institut rät, sich im Alltag oft zu bewegen, die Beine beim Sitzen hochzulegen und nicht zu überkreuzen und bei Übergewicht abzunehmen. Neue Besenreiser lassen sich damit nicht sicher verhindern.
Häufige Fragen
Sind Besenreiser gefährlich?
Nein, Besenreiser gelten nicht als gefährlich. Sie sind ein Schönheitsproblem und verursachen weder Schwellung noch Hautschäden. Schwere Beine oder abendliche Schwellung kommen nicht von Besenreisern; dann klärt ein Ultraschall der Beinvenen beim Venenspezialisten die Ursache.
Zahlt die Krankenkasse die Verödung von Besenreisern?
Nein, die gesetzliche Krankenkasse zahlt die Verödung von Besenreisern nicht, weil sie ein Schönheitsproblem behandelt und keine Krankheit. Sie zahlen 25,47 Euro je Sitzung im Regelsatz, dazu das Verödungsmittel, die Beratung mit 10,72 Euro und wenn nötig den Ultraschall mit 50,12 Euro. Ist zusätzlich eine Hauptvene krank, zahlt die Kasse deren Behandlung.
Wie viele Sitzungen braucht die Verödung von Besenreisern?
Wie viele Sitzungen die Verödung von Besenreisern braucht, hängt von der Ausdehnung und von der Reaktion der Venen ab. Pro Sitzung darf nur eine begrenzte Menge des Mittels gespritzt werden, deshalb sind bei vielen Besenreisern mehrere Sitzungen üblich. Lassen Sie sich die geplante Zahl in den Kostenvoranschlag schreiben.
Welche Nebenwirkungen hat die Verödung von Besenreisern?
Häufig sind bräunliche Verfärbungen entlang der Vene, in der Fachliteratur mit 0,3 bis 30 Prozent angegeben, und feine neue Äderchen im behandelten Gebiet. Möglich sind außerdem Gerinnsel in Hautvenen, kleine Hautschäden an der Einstichstelle und Allergien. Ein allergischer Schock ist extrem selten.
Muss ich nach der Verödung von Besenreisern einen Kompressionsstrumpf tragen?
Meist ja, denn die Leitlinie rät nach der Verödung von Besenreisern zu einem Kompressionsstrumpf. In einer Studie trugen die Teilnehmenden ihn drei Wochen lang, und das Ergebnis war besser. Wie lange Sie ihn tragen, legt Ihr Arzt fest. Bei einer Verödung ohne medizinischen Grund zahlen Sie den Strumpf selbst.
Kommen Besenreiser nach der Verödung wieder?
Verödete Besenreiser bleiben in der Regel verschlossen, aber neue können entstehen, weil die Veranlagung der Venenwand bleibt. Außerdem beschreibt die Leitlinie das Matting, feine neue Äderchen im behandelten Gebiet, oft bei einer unbehandelten kranken Vene weiter oben. Ein Ultraschall vor der Verödung kann helfen, eine solche Ursache zu finden.
