Gefäßchirurgen

Ratgeber

Krampfadern Symptome erkennen und wann zum Arzt

Veröffentlicht am , zuletzt aktualisiert am

Krampfadern erkennen Sie an geschlängelten Venen ab 3 Millimetern Dicke und an schweren, müden Beinen, die abends anschwellen. Oft spannt oder juckt die Haut, nachts kommen Wadenkrämpfe dazu. Gehen Sie zum Arzt, wenn die Beine stark anschwellen, die Haut braun oder hart wird oder eine Wunde aufgeht. Ein plötzlich geschwollenes Bein gehört noch am selben Tag zum Arzt.

Erwachsene, die irgendwann Krampfadern bekommen
etwa 20 Prozent
IQWiG, gesundheitsinformation.de: Krampfadern, Stand 2. Januar 2023
Offene Wunde bei unbehandelten Krampfadern
3 bis 6 Prozent
IQWiG, gesundheitsinformation.de: Krampfadern, Stand 2. Januar 2023
Ärztin und Patient sprechen an einem Schreibtisch in einer hellen Praxis miteinander.
Bei Beschwerden in den Beinen klärt ein Gespräch in der Praxis, was dahintersteckt. Bild: KI generiert.

Welche Symptome haben Krampfadern?

Krampfadern sind erweiterte Venen dicht unter der Haut der Beine. Ihre Klappen schließen nicht mehr richtig, deshalb staut sich das Blut. Die Krankheit schreitet über die Jahre fort. Die Fachgesellschaften betonen, dass sie keine lebensentscheidende Krankheit ist. Ohne Komplikationen gibt es also keinen Grund zur Eile, aber einen Grund zur Abklärung.

Diese Beschwerden gehören zu Krampfadern, und sie werden zum Abend hin stärker:

  • Schwere, müde Beine.
  • Spannungsgefühl, oft mit Juckreiz an der Haut.
  • Dicke Knöchel und Unterschenkel, vor allem am Abend.
  • Wadenkrämpfe in der Nacht.
  • Schmerzen in den Beinen.
  • Geschlängelte Venen, die ab 3 Millimetern Dicke als Krampfadern gelten.

Das Aussehen sagt wenig über die Beschwerden. Unauffällige Krampfadern können starke Beschwerden machen, große, knotige Venen gar keine. Beinschmerzen haben außerdem oft andere Ursachen. Wadenschmerzen, die erst beim Gehen kommen, deuten zum Beispiel auf verengte Beinarterien. Deshalb gehört die Abklärung zum Arzt.

Welche Stufen der Krampfaderkrankheit gibt es?

Ärzte teilen Venenleiden in sieben Stufen von C0 bis C6 ein. Die Stufe steht auf Ihrem Befund. Besenreiser unter 3 Millimetern gehören zu Stufe C1, Krampfadern ab 3 Millimetern zu Stufe C2. Ab Stufe C3 sprechen Ärzte von einer chronischen Venenschwäche, in der Fachsprache chronische Veneninsuffizienz. Dann hat die Krankheit schon Haut und Gewebe erreicht.

Die sieben Stufen der Venenschwäche mit dem, was Sie sehen oder spüren, und dem, was das bedeutet.
StufeWas Sie sehen oder spürenWas das bedeutet
C0Nichts sichtbar, nichts tastbar, manchmal BeschwerdenKeine Zeichen einer Venenkrankheit. Bei Beschwerden lassen Sie sie abklären.
C1Besenreiser oder feine, netzförmige Venen unter 3 MillimeternNoch keine Krampfader. Ob eine kranke große Beinvene dahintersteckt, zeigt der Ultraschall.
C2Geschlängelte Krampfadern ab 3 MillimeternKrampfadern ohne Folgen an der Haut. Bei Beschwerden gehören Sie zum Venenspezialisten.
C3Schwellung an Knöchel oder UnterschenkelBeginn der chronischen Venenschwäche. Die Fachgesellschaften raten zu einer Behandlung, die den Rückfluss des Blutes beseitigt.
C4a und C4bBraune Haut, Hautausschlag, verhärtete Haut oder weiße NarbenfleckenHautschäden durch den Druck in den Venen. Behandlung wie bei C3, dazu Kompression.
C4cKranz feiner dunkler Venen am FußrandSeit 2020 eine eigene Stufe der Einteilung.
C5 und C6Abgeheilte (C5) oder offene (C6) Wunde am UnterschenkelEin offenes Bein oder eine abgeheilte Wunde. Ein Venenspezialist plant die Behandlung.

Die Stufe sagt nicht, wie stark Sie leiden. Jede Stufe kann mit oder ohne Beschwerden auftreten, ein angehängtes s steht für Beschwerden. Krampfadern schreiten mit den Jahren fort. In einer Studie aus Edinburgh verschlechterte sich die Krankheit bei 57,8 von 100 Menschen innerhalb von 13,4 Jahren. Diese Menschen hatten eine erkrankte große Beinvene oder schon eine Venenschwäche. Bleiben Krampfadern unbehandelt, entsteht bei etwa 3 bis 6 von 100 Menschen eine offene Wunde.

Wie häufig sind Krampfadern?

Etwa 20 von 100 Erwachsenen bekommen irgendwann Krampfadern, schreibt das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Frauen sind öfter betroffen als Männer, und mit dem Alter werden Krampfadern häufiger. Genauere Zahlen für Deutschland liefert die Bonner Venenstudie von 2003. Damals hatten 12,4 Prozent der Männer und 15,8 Prozent der Frauen Krampfadern ohne Folgen. Eine weit fortgeschrittene Venenschwäche hatten 3,8 Prozent der Männer und 3,4 Prozent der Frauen.

Als Ursache nennt die Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin (DGG) eine ererbte Bindegewebsschwäche von Venenwand und Klappen. Übergewicht, Berufe im Stehen, Schwangerschaft und Bewegungsmangel begünstigen Krampfadern. Geben Venenwand und Klappen nach, fließt das Blut in die falsche Richtung, der Druck in der Vene steigt und die Vene weitet sich. Auf Dauer verursacht dieser Druck Schwellung, Hautveränderungen und im schlimmsten Fall eine Wunde.

Welche Untersuchung klärt den Verdacht auf Krampfadern?

Am Anfang stehen ein Gespräch und ein Blick auf die Beine. Ihre Ärztin fragt nach Beschwerden, Krampfadern in der Familie, Schwangerschaften und früheren Thrombosen. Dann sieht sie sich beide Beine im Stehen an und tastet Venen und Schwellungen ab.

Danach folgt ein Ultraschall der Beinvenen. Er gilt als Untersuchung der ersten Wahl. Ihre Ärztin sieht die Venen und erkennt, wo das Blut in die falsche Richtung fließt. So findet sie heraus, welche Venen betroffen sind und wie es den tiefen Venen geht. Röntgenstrahlen und Kontrastmittel braucht es dafür nicht. Wann die Krankenkasse den Ultraschall der Beinvenen bezahlt, hängt von Ihrer Situation ab.

Von der Beschwerde zum Befund in 5 Schritten
  1. Beschwerden beobachten

    Notieren Sie, wann die Beine schwer sind und ob sie abends anschwellen. Zuständig: Sie.

  2. Hausarzt oder Venenspezialist

    Ihr Hausarzt untersucht Sie und überweist Sie bei Bedarf zu einer Gefäßchirurgin, einem Angiologen oder einer Ärztin mit Zusatzbezeichnung Phlebologie. Mit dem Code auf der Überweisung vermittelt die 116117 einen Facharzttermin innerhalb von vier Wochen. Zuständig: Hausarzt.

  3. Gespräch und Untersuchung

    Die Ärztin fragt nach Vorgeschichte und Risiken und sieht sich die Beine im Stehen an. Zuständig: Venenspezialist.

  4. Ultraschall der Beinvenen

    Sie sieht, wo Blut zurückfließt und wie es den tiefen Venen geht. Den Befund bekommen Sie schriftlich, mit Ihrer Stufe. Zuständig: Venenspezialist.

  5. Behandlungsplan

    Sie besprechen, ob Kompression und Bewegung genügen oder ob ein Eingriff sinnvoll ist, und was die Behandlung kostet. Zuständig: Venenspezialist gemeinsam mit Ihnen.

Wann müssen Sie mit Krampfadern zum Arzt?

Die Fachgesellschaften ziehen zwei Grenzen. Bei Beschwerden sollen Sie zu einem Venenspezialisten gehen, das ist ein Arzt mit Ultraschall und dem ganzen Spektrum der Behandlungen. Das gilt erst recht bei einer Blutung aus einer Krampfader, bei einem harten, roten, schmerzhaften Strang entlang der Vene, bei Krampfadern in der Schwangerschaft und bei einem offenen Bein. Die Behandlungsempfehlung der Fachgesellschaften stammt von 2019 und wird gerade überarbeitet.

Muss ich mit meinen Krampfadern zum Arzt?

Ist ein Bein plötzlich geschwollen und schmerzhaft, oder blutet eine Krampfader?

Ja

Ja, noch heute. Ein plötzlich geschwollenes Bein kann eine Thrombose sein, und eine Blutung gehört zügig zum Spezialisten. Bei Atemnot oder Brustschmerz rufen Sie die 112.

Nein

Haben Sie starke Schwellung, braune oder harte Haut, Hautausschlag oder eine Wunde am Unterschenkel?

Ja

Ja, vereinbaren Sie zeitnah einen Termin. Diese Zeichen zeigen, dass die Venenschwäche schon die Haut erreicht hat. Lassen Sie sich überweisen und den Ultraschall der Beinvenen machen.

Nein

Haben Sie Beschwerden wie schwere Beine, Spannen, abendliche Schwellung oder Wadenkrämpfe?

Ja

Ja, vereinbaren Sie einen Termin beim Venenspezialisten. Bis dahin helfen Bewegung und Beine hochlegen.

Nein

Ein Muss ist der Arztbesuch dann nicht. Sichtbare Krampfadern ohne Beschwerden und ohne Hautzeichen sind Stufe C2 ohne Beschwerden.

In der Schwangerschaft gilt eine eigene Regel. Bis zu 40 von 100 Schwangeren bekommen neue oder stärkere Krampfadern. Lassen Sie sie bei einem Venenspezialisten abklären. Operiert wird nur in Ausnahmefällen. Kompression verhindert Krampfadern in der Schwangerschaft nicht, lindert aber die Beschwerden.

Was hilft bis zum Termin, und was nicht?

Bis zum Arzttermin können Sie Ihre Beine entlasten. Das rät das IQWiG:

  • Bewegen Sie sich im Alltag.
  • Legen Sie die Beine hoch, wenn Sie sitzen oder liegen.
  • Vermeiden Sie langes Stehen und langes Sitzen.
  • Überkreuzen Sie die Beine nicht.
  • Nehmen Sie ab, wenn Sie übergewichtig sind. Ob das die Beschwerden lindert, ist allerdings unklar.

Für Cremes, Salben, Tabletten und Nahrungsergänzungsmittel gegen Venenprobleme ist keine Wirkung belegt. Fragen Sie Ihre Ärztin, ob Kompressionsstrümpfe für Sie sinnvoll sind und welche zu Ihrem Befund passen.

Häufige Fragen

Welche Symptome haben Krampfadern am Anfang?

Krampfadern verursachen am Anfang oft schwere, müde Beine, Spannungsgefühl und Schwellungen an den Knöcheln, vor allem am Abend. Dazu kommen manchmal Juckreiz und Wadenkrämpfe in der Nacht. Sichtbar sind geschlängelte Venen ab 3 Millimetern Dicke.

Bei welchen Zeichen gehören Krampfadern schnell zum Arzt?

Krampfadern gehören zügig zum Arzt, wenn die Beine stark anschwellen, die Haut braun oder hart wird oder eine Wunde entsteht. Sofort zum Arzt gehören eine Blutung aus einer Krampfader, ein harter, geröteter, schmerzhafter Strang entlang einer Vene und ein plötzlich geschwollenes, schmerzendes Bein. Das letzte kann eine Thrombose sein.

Wie unterscheiden sich Krampfadern von Besenreisern?

Besenreiser sind feine Äderchen unter 3 Millimetern Dicke direkt in der Haut, Ärzte ordnen sie der Stufe C1 zu. Krampfadern sind erweiterte, geschlängelte Venen ab 3 Millimetern, Stufe C2. Ob eine kranke große Beinvene dahintersteckt, zeigt der Ultraschall der Beinvenen.

Welcher Arzt untersucht Krampfadern?

Krampfadern untersuchen Fachärzte für Gefäßchirurgie, Fachärzte für Innere Medizin und Angiologie und Ärzte mit der Zusatzbezeichnung Phlebologie, jeweils mit Ultraschall der Beinvenen. Ihr Hausarzt überweist Sie, und mit dem Code auf der Überweisung vermittelt die 116117 einen Termin innerhalb von vier Wochen.

Wie häufig sind Krampfadern in Deutschland?

Etwa 20 von 100 Erwachsenen bekommen irgendwann Krampfadern, nennt das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen. Nach der Bonner Venenstudie von 2003 hatten 12,4 Prozent der Männer und 15,8 Prozent der Frauen Krampfadern ohne Folgen.

Können Krampfadern von selbst wieder verschwinden?

Krampfadern verschwinden nicht von selbst. Die Fachgesellschaften beschreiben die Krankheit als lebenslang und fortschreitend. In einer Studie aus Edinburgh verschlechterte sie sich bei 57,8 von 100 Betroffenen innerhalb von 13,4 Jahren.

Quellen und Methodik

Quellen und Lizenzen

  1. S2k-Leitlinie Diagnostik und Therapie der Varikose, AWMF-Registernummer 037-018, Stand März 2019, Abschnitte 4.1 bis 4.5 und 5, Empfehlungen 1 bis 21, 71 (Gültigkeit abgelaufen), Deutsche Gesellschaft für Phlebologie und Lymphologie mit DGG, DGA, DDG, DGDC, BVP, ANG,
  2. Lurie und andere: The 2020 update of the CEAP classification system and reporting standards, Journal of Vascular Surgery: Venous and Lymphatic Disorders, Band 8, Seiten 342 bis 352, Society for Vascular Surgery und American Venous Forum,
  3. Krampfadern: Symptome, Ursachen, Häufigkeit und Behandlung (aktualisiert 2. Januar 2023), Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG),
  4. S2k-Leitlinie Diagnostik und Therapie der Venenthrombose und Lungenembolie, AWMF-Registernummer 065-002, Version 5.0 vom 14. Februar 2023, Empfehlungen 2.1 bis 2.5, Deutsche Gesellschaft für Angiologie, Gesellschaft für Gefäßmedizin,
  5. S2k-Leitlinie Kompressionstherapie der Extremitäten mit Medizinischem Kompressionsstrumpf, AWMF-Registernummer 037-005, Version 5.1 vom 16. Juli 2026, Abschnitt 8.1.1, Deutsche Gesellschaft für Phlebologie und Lymphologie,
  6. Krampfadern (Varizen): Patienteninformation der Fachgesellschaft, Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin (DGG),
  7. § 75 Absatz 1a SGB V Terminservicestellen, Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de,

Einsatz von Sprachmodellen

Sprachmodelle (KI) haben bei diesem Portal mitgearbeitet. Sie haben die wiederkehrenden Sätze zu den Praxen formuliert, die Ratgeber und das Glossar mitgeschrieben, Quellen gesucht und die Bilder zu den Ratgebern erzeugt. Namen, Adressen und Fachrichtungen der Praxen verarbeitet ein festes Programm, eine KI erzeugt sie nicht.

Korrekturweg

Fehler und Löschwünsche nehmen wir über das Kontaktformular entgegen. Wir prüfen die Meldung, korrigieren belegte Fehler und vermerken den neuen Stand auf der betroffenen Seite.

Stand dieser Angaben: 26. September 2026.